Auszug aus der BGV A8

IV. Flucht- und Rettungsplan

§ 18
Flucht- und Rettungsplan

Werden Flucht- und Rettungspläne aufgestellt, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß sie eindeutige Anweisungen enthalten, wie sich die Versicherten im Gefahr- oder Katastrophenfall zu verhalten haben und am schnellsten in Sicherheit bringen können. Flucht- und Rettungspläne müssen aktuell, übersichtlich, ausreichend groß und mit Sicherheitszeichen nach Abschnitt III gestaltet sein.

DA zu § 18:

Die Verpflichtung zur Aufstellung von Flucht- und Rettungsplänen sowie Ausnahmen ergeben sich aus § 55 Arbeitsstättenverordnung.

Aus dem Plan sollte ersichtlich sein, welche Fluchtwege der Versicherte von seinem Arbeitsplatz oder jeweiligen Standort aus zu nehmen hat, um in einen sicheren Bereich oder ins Freie zu gelangen. In diesem Zusammenhang ist es empfehlenswert, Sammelstellen (Zeichen E16) zu kennzeichnen.

Außerdem sind Kennzeichnungen für Standorte von Erste-Hilfe- und Brandschutzeinrichtungen in den Flucht- und Rettungsplan aufzunehmen.

Zur sicheren Orientierung ist es wichtig, den Standort des Betrachters im Flucht- und Rettungsplan zu kennzeichnen, vorzugsweise durch einen roten Punkt.

Soweit auf einem Flucht- und Rettungsplan nur ein Teil aller Grundrisse des Gebäudes dargestellt ist, sollte eine Übersichtsskizze die Lage im Gesamtkomplex verdeutlichen.

Ausreichend groß bedeutet, daß Grundrisse, Sicherheitszeichen und Legenden aus üblichem Sehabstand eindeutig erkennbar sind. Grundrisse sollten in einem Maßstab von 1 : 100 oder größer dargestellt werden. Empfehlenswert sind Zeichen- oder Schrifthöhen von mindestens 10 mm; erfahrungsgemäß ist das Zeichen für den Betrachterstandort größer zu wählen.

Bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung kann die Erkennbarkeit von Flucht- und Rettungsplänen z. B. durch Verwendung von langnachleuchtenden Materialien erreicht werden.

Neue Normen für Brandschutzordnungen (DIN 14096-1 bis -3: 2000-01)

Die Norm 14096, Ausgabe 1983-04, wurde vom Arbeitsausschuss 192.02 "Bauliche Anlagen" im Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) überarbeitet. Die neue Norm 14096 enthält gegenüber der Ausgabe von 1983 einige wesentliche Änderungen.

So wurde z.B. das Muster der Brandschutzordnung A geändert. Die Bildzeichen wurden BGV A8 (vorher VGB 125) "Sicherheits- und Gesundheitskennzeichnung am Arbeitsplatz" angepasst. Weiter wurde u.a. eine Untergliederung des Teils B für größere Betrieb empfohlen. Die Zulässigkeit von feuergefährlichen Arbeiten nur mit schriftlicher Genehmigung wurde aufgenommen. Der Hinweis, dass die aushängenden Flucht- und Rettungspläne nicht verdeckt werden dürfen und die Meldung nach dem "S-W-Schema" abgesetzt wird, wurden hinzugefügt.
Neben einer redaktionellen Überarbeitung wurden die Nachsorge sowie Betreuungsaufgaben in die Brandschutzordnung aufgenommen.

§ 56 Freihalten der Rettungswege, Brandschutzordnung,
verantwortliche Personen für Beherbergungsstätten

(1) Die Rettungswege müssen frei von Hindernissen sein. 2Türen im Zuge von Rettungswegen dürfen nicht versperrt werden und müssen von innen leicht zu öffnen sein.

(2) In jedem Beherbergungsraum sind an dessen Ausgang ein Rettungswegplan und Hinweise zum Verhalten bei einem Brand anzubringen. 2Die Hinweise müssen auch in den Fremdsprachen, die der Herkunft der üblichen Gäste Rechnung tragen, abgefasst sein

(3) Für Beherbergungsstätten mit mehr als 60 Gastbetten sind im Einvernehmen mit der Brandschutzdienststelle
1. eine Brandschutzordnung zu erstellen und
2. Feuerwehrpläne anzufertigen; die Feuerwehrpläne sind der örtlichen Feuerwehr zur Verfügung zu stellen.

(4) Die Betriebsangehörigen sind bei Beginn des Arbeitsverhältnisses und danach mindestens einmal jährlich über
1. die Bedienung der Alarmierungseinrichtungen und der Brandmelder zu unterweisen und
2. die Brandschutzordnung und das Verhalten bei einem Brand zu belehren.

(5) Für die Einhaltung der in den Absätzen 1 bis 4 gestellten Anforderungen ist der Betreiberoder die von ihm beauftragte Person verantwortlich.

Brandschutzordnungen enthalten allgemeine und auf bestimmte Objekte speziell zugeschnittene Handlungsanweisungen und Regeln zur Brandverhütung, Brandbekämpfung und zum Verhalten bei Unfällen, Bränden oder sonstigen Schadensfällen.
DIN 14096 sieht eine Aufteilung der Brandschutzordnung in 3 Teile vor, und zwar:

  • DIN 14096-1 - Teil 1: Allgemeines und Teil A (für alle Mitarbeiter, Bewohner oder Besucher, die sich in dem betreffenden Objekt aufhalten)
  • DIN 14096-2 - Teil 2: Teil B (für Personen ohne besondere Brandschutzaufgaben)
  • DIN 14096-3 - Teil 3: Teil C (für Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben)

Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen
(Neufassung: DIN 14095 von 1998-08) Änderungen zur DIN 14095-1 von 1992-01)

  • Besondere Angaben über die Löschwasserrückhaltung (Pkt. 6.4);
  • Ergänzende Angaben zum Betreiber, Verantwortlichen, Sicherheitsingenieur und Werksschutz auf einem gesonderten A4-Blatt (Pkt. 6.5);
  • Übersichtsplan (im 20m- oder 50m-Raster) auf einer Seite (Pkt. 6.6);
  • Farbliche Darstellung der Flächen (Pkt. 7.1: Blau für "Wasser", Rot für "besonderer Gefährdung", Gelb für "nicht befahrbare Fläche"; Grau für "befahrbare Flächen nach DIN 14090")
  • Darstellung der Legende "Symbolübersicht" (Seite 7).